Welpenaufzucht 

 

Woche 1 – Die ersten Lebenstage der kleinen Eisbärchen 


 

Die ersten Tage im Leben unserer Welpen sind geprägt von Ruhe, Nähe und Geborgenheit. Unsere kleinen Eisbärchen werden bei uns im Wohnzimmer geboren und dürfen von Anfang an mitten im Familienleben ankommen. Bewusst habe ich mich gegen ein separates Welpenzimmer entschieden, damit die Kleinen während der gesamten Welpenzeit fest in unseren Alltag integriert sind und gleichzeitig jederzeit geschützt und behütet aufwachsen können. 

 

In dieser ersten Woche sind die Welpen noch blind, taub und völlig hilflos. Sie können ihre Körpertemperatur noch nicht selbstständig regulieren und sind vollständig auf die Nähe ihrer Mama angewiesen. Wärme, Schlafen und Trinken bestimmen ihren Tagesablauf. Die Wurfkiste ist in dieser Zeit ihr sicherer Rückzugsort – ein geschütztes Nest, in dem sie zur Ruhe kommen und Kraft sammeln dürfen. 

 

Wir sind Tag und Nacht für unsere Welpen da, haben sie stets im Blick und unterstützen ihre Mama, wo es nötig ist. Gerade in den ersten Wochen schlafen wir direkt in der Nähe der Wurfkiste, um jederzeit reagieren zu können und so für maximale Sicherheit und Ruhe zu sorgen. Diese intensive Begleitung schafft Vertrauen – sowohl für die Hundemama als auch für ihre Babys. 

 

Was oft aussieht wie Träumen, wenn die Welpen im Schlaf zucken, ist in Wahrheit ein wichtiger Teil ihrer neurologischen Entwicklung. Auch wenn sie nach außen noch sehr ruhig wirken, passiert im Inneren bereits unglaublich viel. In dieser sensiblen Phase ist es mir besonders wichtig, den Welpen Zeit zu lassen, Reize bewusst zu reduzieren und ihnen vor allem eines zu schenken: Nähe, Ruhe und Sicherheit. 

 

Die Grundlage für ein stabiles Wesen, innere Sicherheit und Vertrauen in die Welt wird genau hier gelegt – in diesen ersten, stillen Tagen des Lebens. 


Woche 2 – Erste Wahrnehmungen 


In der zweiten Lebenswoche befinden sich unsere Welpen weiterhin in einer sehr sensiblen Entwicklungsphase. Noch sind ihre Augen und Ohren größtenteils geschlossen, und doch beginnt sich ihre Wahrnehmung langsam zu verändern. Der Bewegungsradius wird größer, die Kleinen robben sich gezielter durch die Wurfkiste und unternehmen erste, noch sehr wackelige Stehversuche. Auch wenn diese Momente oft nur ganz kurz sind, zeigen sie doch, wie viel sich in dieser Zeit bereits entwickelt.


Trotz dieser ersten Fortschritte besteht der Alltag der Welpen in den ersten beiden Lebenswochen überwiegend aus Schlafen und Trinken. Bis zu 90 Prozent des Tages verschlafen sie – alles ist in dieser Phase ganz auf Wachsen und Reifen konzentriert. Mit der stetigen Gewichtszunahme geht diese Entwicklung Hand in Hand, weshalb wir das Gewicht jedes einzelnen Welpen täglich mehrmals kontrollieren und dokumentieren. So können wir Welpen mit geringerer Zunahme gezielt zuerst bei der Mama anlegen und ihre Entwicklung behutsam unterstützen.


Ein Welpe sollte sein Geburtsgewicht nach etwa einer Woche annähernd verdoppelt und nach zwei Wochen ungefähr verdreifacht haben. Unsere Welpen entwickeln sich in dieser Zeit genau nach Plan – und es ist jedes Mal ein sehr beruhigendes und schönes Gefühl zu sehen, wenn alle gut gedeihen und keine Sorgenkinder dabei sind.


Auch die Nähe zur Mutter spielt weiterhin eine zentrale Rolle. Sie versorgt ihre Babys nicht nur mit Nahrung, sondern schenkt ihnen Orientierung, Wärme und Sicherheit. Mit großer Hingabe kümmert sie sich um ihre Kleinen, reinigt sie liebevoll und sorgt dafür, dass es ihnen an nichts fehlt. Diese intensive Mutter-Kind-Bindung ist ein wichtiger Bestandteil einer gesunden körperlichen und emotionalen Entwicklung.


Zwischen dem zehnten und vierzehnten Lebenstag beginnt schließlich ein ganz besonderer Moment: Die Augen der Welpen öffnen sich langsam. Diesen Augenblick liebe ich jedes Mal aufs Neue. Wenn mich die kleinen Mäuse zum ersten Mal vorsichtig anblinzeln, ist das kaum in Worte zu fassen – einfach unbeschreiblich schön.


Auch in Woche zwei stehen Ruhe, Geborgenheit und eine behutsame Begleitung im Mittelpunkt. Denn nur in einem sicheren Rahmen können unsere Welpen sich gesund entwickeln und Schritt für Schritt in ihrem eigenen Tempo wachsen.



Woche 3 – Wenn die Welt ein bisschen größer wird



In der dritten Lebenswoche beginnt für unsere Welpen eine besonders spannende Entwicklungsphase. Augen und Ohren öffnen sich nun allmählich, und die Welt wird Stück für Stück bewusst wahrgenommen. Sehen und Hören sind anfangs noch schwach ausgeprägt, entwickeln sich jedoch mit jedem Tag weiter. Erste Reaktionen auf Geräusche, Licht und Bewegungen werden sichtbar, Stimmen werden wahrgenommen und die Welpen beginnen, ihre Umgebung aufmerksamer zu beobachten.


Auch motorisch machen die Kleinen große Fortschritte. Aus dem vorsichtigen Robben wird zunehmend ein wackeliges Laufen auf vier Beinchen. Erste kleine Spielversuche unter Geschwistern entstehen, Pfoten werden ausprobiert, Mäulchen erkunden neugierig ihre Umwelt und die sozialen Kontakte innerhalb des Wurfes nehmen langsam Form an.


Bis zu diesem Zeitpunkt haben die Welpen alle wichtigen Nährstoffe ausschließlich über die Muttermilch erhalten. Gegen Ende der dritten Lebenswoche zeigen viele Welpen nun erstmals Interesse an der Nahrung ihrer Mama. Dies ist der Moment, an dem wir behutsam mit dem Zufüttern fester Nahrung beginnen und die sogenannte Entwöhnungsphase einleiten. Dieser Schritt erfolgt langsam und individuell angepasst, immer mit Blick auf die Bedürfnisse jedes einzelnen Welpen.


Ein weiterer wichtiger Entwicklungsschritt: Die Welpen können sich nun zunehmend selbstständig lösen. Auch dies ist ein Zeichen dafür, wie viel sich in dieser Woche verändert und wie selbständiger die Kleinen langsam werden.


Die Mutterhündin bleibt weiterhin ein zentraler Anker für ihre Welpen. Sie schenkt Sicherheit, reguliert das Miteinander und beginnt nun behutsam, ihren Kleinen erste Grenzen aufzuzeigen. Diese frühen sozialen Erfahrungen sind ein wichtiger Bestandteil der weiteren Entwicklung.


Woche drei markiert den Übergang von der reinen Versorgung hin zu bewusster Wahrnehmung und ersten eigenständigen Erfahrungen. Die Welpen beginnen, ihre Umwelt aktiv zu entdecken, neue Eindrücke zu verarbeiten und Vertrauen in ihre Umgebung aufzubauen – eine wichtige Grundlage für alles, was nun Schritt für Schritt folgen darf.



Woche 4 – Neugier, Spiel und erstes Entdecken


Mit Beginn der vierten Lebenswoche erwacht bei den Welpen die Neugier auf ihre Umwelt nun ganz deutlich. Die Augen blicken aufmerksamer, die Ohren nehmen Geräusche immer bewusster wahr und die kleinen Körper werden von Tag zu Tag sicherer. Die Welpen beginnen, ihre Umgebung aktiv zu erkunden – zunächst noch vorsichtig, dann zunehmend mutiger.


Das Laufen wird sicherer, Bewegungen gezielter und die ersten kleinen Abenteuer außerhalb des bisherigen Rückzugsbereichs werden unternommen. Die Welpen entdecken neue Gerüche, unterschiedliche Untergründe und sammeln wichtige Eindrücke, die sie in ihrem eigenen Tempo verarbeiten dürfen.


Spielerisches Raufen mit den Geschwistern gehört nun fest zum Alltag. In diesen Spielsituationen lernen die Kleinen ganz nebenbei erste soziale Regeln, üben Rücksichtnahme und entwickeln ein Gefühl für Grenzen. Mal etwas stürmisch, mal ganz zart – jedes Spiel trägt dazu bei, soziale Kompetenzen aufzubauen und das Miteinander zu festigen.


Auch das Interesse an fester Nahrung nimmt weiter zu. Während die Mutterhündin ihren Welpen weiterhin Halt, Nähe und Orientierung schenkt, werden die Mahlzeiten nach und nach erweitert und angepasst. Gleichzeitig beginnt sie, sich in kleinen Schritten zurückzunehmen und den Welpen mehr Eigenständigkeit zu ermöglichen.


In dieser Woche wird besonders spürbar, dass aus den kleinen Säuglingen nun langsam selbstständige junge Hunde werden. Woche vier markiert einen wichtigen Übergang: weg von der reinen Abhängigkeit – hin zu ersten bewussten Erfahrungen, Entdeckungen und kleinen, ganz eigenen Persönlichkeiten.


Woche 5 & 6 – Lernen, wachsen & Erleben


In der fünften und sechsten Lebenswoche werden unsere Welpen zunehmend sicherer, mutiger und neugieriger. Sie bewegen sich nun selbstverständlich auf festen Pfoten durch ihre Umgebung und nehmen aktiv am Alltag teil. Die Welt wird größer, spannender – und jeden Tag ein kleines Stückchen vertrauter.


In dieser Zeit sammeln die Welpen zahlreiche neue Eindrücke. Unterschiedliche Geräusche des täglichen Lebens, wechselnde Untergründe sowie neue Objekte und Spielsituationen begegnen ihnen nun regelmäßig. All diese Erfahrungen werden behutsam und dosiert eingebunden, sodass die Welpen sich ausprobieren können, ohne überfordert zu werden. Rückzugsmöglichkeiten und Ruhephasen spielen dabei weiterhin eine wichtige Rolle.


Das soziale Lernen innerhalb des Wurfes steht nun deutlich im Vordergrund. Durch gemeinsames Spielen, gegenseitiges Grenzen setzen und kleine Auseinandersetzungen lernen die Welpen, mit ihren Geschwistern zu kommunizieren und ihr Verhalten zu regulieren. Auch der Kontakt zu anderen erwachsenen Hunden erfolgt weiterhin ruhig und begleitet, sodass die Welpen wertvolle soziale Signale aufnehmen können.


Die Bindung an uns Menschen vertieft sich in dieser Phase spürbar. Die Welpen suchen zunehmend den Kontakt, reagieren auf Stimmen und beginnen, sich an Nähe, kurze Lerneinheiten und kleine Rituale zu gewöhnen. Jeder Welpe darf dabei in seinem eigenen Tempo wachsen und seine individuellen Stärken entwickeln.


Auch im Bereich der Ernährung schreitet die Entwicklung voran. Die Welpen werden nun überwiegend mit fester Nahrung versorgt, während die Mutterhündin sich langsam weiter zurückzieht. Dennoch bleibt sie als Orientierung und Ruhepol weiterhin präsent.


Die fünfte und sechste Lebenswoche sind geprägt von Lernen durch Erleben. Die Welpen gewinnen an Selbstvertrauen, entwickeln ihre Persönlichkeit weiter und sammeln wichtige Erfahrungen, die sie auf ihrem weiteren Weg begleiten werden.




Woche 7 & 8 – Kleine Persönlichkeiten entstehen


In der siebten und achten Lebenswoche zeigen sich die Persönlichkeiten unserer Welpen nun immer deutlicher. Jeder einzelne entwickelt seinen ganz eigenen Charakter, seine Vorlieben, seine Art, mit neuen Situationen umzugehen. Manche sind mutig und neugierig, andere zunächst etwas vorsichtiger – und genau darin liegt ihre Individualität.


Die Welpen sind inzwischen sicher in ihrer Bewegung, aufmerksam im Kontakt mit Menschen und anderen Hunden und zunehmend selbstständig. Sie nehmen bewusst am Alltag teil, reagieren auf ihre Umgebung und bauen eine immer engere Bindung zu uns Menschen auf. Nähe, Vertrauen und gemeinsame kleine Rituale gewinnen nun eine besondere Bedeutung.


In dieser Phase lege ich großen Wert darauf, jeden Welpen individuell wahrzunehmen und zu begleiten. Je nach Temperament und Entwicklung werden die Kleinen unterschiedlich gefördert, sodass sie ihre Stärken entfalten und Sicherheit gewinnen können. Auch erste Hinweise auf besondere Eignungen – sei es als Familienhund, sportlicher Begleiter oder in verantwortungsvollen Aufgaben wie der Assistenzhundearbeit – können sich nun zeigen, immer ohne Druck und mit viel Feingefühl.


Die Mutterhündin zieht sich weiter zurück, bleibt jedoch weiterhin als ruhiger Anker und Orientierung präsent. Gleichzeitig wächst die Bindung der Welpen an uns Menschen und ihr Vertrauen in neue Situationen.


Woche sieben und acht sind eine Zeit des bewussten Vorbereitens. Die Welpen sammeln letzte wichtige Erfahrungen, festigen ihr Selbstvertrauen und entwickeln eine stabile Basis, die sie mit in ihr zukünftiges Zuhause nehmen dürfen. Diese Zeit ist für uns geprägt von vielen bewussten Momenten. Wir genießen das gemeinsame Spielen, das ruhige Beisammensein und all die kleinen Augenblicke, in denen uns wieder bewusst wird, wie schnell die gemeinsame Zeit vergangen ist. Die Welpen wirken bereit für den nächsten Schritt, auch wenn es uns nicht leichtfällt, diesen Gedanken zuzulassen.


Mit einem Herzen voller Dankbarkeit blicken wir auf diese intensive Phase zurück und bereiten unsere Welpen behutsam auf den Übergang in ihr neues Zuhause vor.

Woche 9 – Ein neues Kapitel beginnt


Die neunte Lebenswoche ist eine ganz besondere Zeit – geprägt von Nähe, Dankbarkeit und leisen Momenten. Für unsere Welpen beginnt nun ein neuer Lebensabschnitt, während wir langsam Abschied nehmen von einer intensiven gemeinsamen Zeit.


In diesen letzten Tagen bei uns sind die Welpen fest im Alltag angekommen. Sie bewegen sich sicher, begegnen neuen Situationen mit Vertrauen und suchen ganz selbstverständlich den Kontakt zu uns Menschen. Jeder von ihnen hat sich zu einer eigenen kleinen Persönlichkeit entwickelt – mit individuellem Wesen, Stärken und Eigenheiten.


Der Abschied fällt nie leicht. Neun Wochen lang waren die Welpen Teil unseres Lebens, unseres Alltags, unserer Familie. Wir haben ihre ersten Atemzüge begleitet, ihre Entwicklung miterlebt, sie wachsen sehen und sie Schritt für Schritt auf ihrem Weg unterstützt. Aus hilflosen kleinen Wesen sind selbstbewusste junge Hunde geworden.


Mit viel Sorgfalt und Gefühl verabschieden wir unsere Welpen in ihre neuen Familien. Dabei ist es mir besonders wichtig, dass sie nicht einfach „abgegeben“ werden, sondern gut vorbereitet und behutsam begleitet in ihr neues Zuhause starten dürfen. Jeder Abschied ist auch ein Neubeginn – für die Welpen ebenso wie für ihre Menschen.


Unsere Tür bleibt dabei immer offen. Wir freuen uns, die weitere Entwicklung unserer Nachzucht mitzuerleben, in Kontakt zu bleiben und weiterhin Ansprechpartner zu sein. Denn ein Welpe verlässt zwar unser Zuhause – aber niemals ganz unser Herz.


Wir wünschen all unseren Welpen und ihren Familien von Herzen alles Gute für ihren gemeinsamen Weg. Mögen Vertrauen, Nähe und viele glückliche Momente euch begleiten.


Ihr werdet immer Teil meiner Geschichte und in meinem Herzen bleiben!