Trockenfutter oder Nassfutter – was ist wirklich besser für Hunde?
Viele Hundehalter stellen sich früher oder später die gleiche Frage:
Sollte mein Hund besser Trockenfutter oder Nassfutter bekommen?
Im Internet findet man dazu viele unterschiedliche Meinungen. Manche empfehlen ausschließlich Trockenfutter, andere halten Nassfutter für natürlicher oder besser verträglich.
Die Wahrheit liegt – wie so oft – etwas differenzierter. Denn beide Fütterungsformen haben bestimmte Eigenschaften, die man kennen sollte.
Eine wichtige Frage ist dabei nicht nur welche Fütterungsart gewählt wird, sondern auch wie das Futter hergestellt ist und aus welchen Rohstoffen es besteht.
Der wichtigste Unterschied: der Wassergehalt
Der größte Unterschied zwischen Trocken- und Nassfutter liegt im Wassergehalt.
Trockenfutter enthält in der Regel nur etwa 8–10 % Feuchtigkeit, während Nassfutter meist 70–80 % Wasser enthält.
Das bedeutet:
Ein Hund nimmt bei Nassfutter automatisch deutlich mehr Flüssigkeit über das Futter auf. Gerade Hunde, die von Natur aus wenig trinken, profitieren davon häufig.
Bei Trockenfutter muss der Hund den fehlenden Wasseranteil vollständig über das Trinken ausgleichen.
Dieser Unterschied kann sich auch auf verschiedene körperliche Prozesse auswirken, insbesondere auf Verdauung und Flüssigkeitshaushalt.
Verdauung, Flüssigkeit und Kotmenge
Der hohe Feuchtigkeitsanteil im Nassfutter kann sich positiv auf die Verdauung auswirken, da das Futter bereits stark hydratisiert ist und im Magen-Darm-Trakt weniger Flüssigkeit aufnehmen muss.
Trockenfutter dagegen nimmt erst im Verdauungstrakt Flüssigkeit auf und quillt dort weiter auf. Hunde, die überwiegend Trockenfutter fressen, trinken deshalb häufig deutlich mehr Wasser.
Viele Hundehalter beobachten außerdem einen weiteren Unterschied: die Kotmenge.
Bei der Fütterung von Trockenfutter kann es vorkommen, dass Hunde größere Kotmengen absetzen oder häufiger Kot machen. Das liegt unter anderem daran, dass manche Trockenfutter einen höheren Anteil an pflanzlichen Bestandteilen oder Ballaststoffen enthalten, die vom Körper nicht vollständig verwertet werden.
Bei Nassfutter berichten viele Halter dagegen häufig von kleineren und kompakteren Kotmengen, obwohl der Hund vom Gewicht her mehr Futter frisst.
Die Kotmenge kann deshalb auch ein Hinweis darauf sein, wie gut ein Futter vom Körper verwertet wird.
Warum manche Hunde mit Trockenfutter schneller wieder Hunger haben
Ein Punkt, der im Alltag vieler Hundehalter auffällt:
Manche Hunde wirken nach Trockenfutter schneller wieder hungrig.
Das kann mehrere Gründe haben.
Durch den niedrigen Wassergehalt ist Trockenfutter sehr energiedicht, aber gleichzeitig nimmt der Hund beim Fressen weniger Volumen auf als bei Nassfutter. Nassfutter enthält dagegen einen hohen Wasseranteil und sorgt dadurch häufig für ein größeres Futtervolumen im Magen.
Außerdem spielt die Zusammensetzung der Zutaten eine Rolle. Trockenfutter enthält häufig einen höheren Anteil an Stärke oder pflanzlichen Bestandteilen, während Nassfutter oft einen höheren Anteil tierischer Bestandteile enthält.
Diese Faktoren können beeinflussen, wie lange ein Hund sich nach dem Fressen satt fühlt.
Unterschiedliche Herstellungsverfahren
Ein weiterer wichtiger Unterschied liegt im Herstellungsverfahren.
Viele Trockenfutter werden über sogenannte Extrusionsverfahren hergestellt. Dabei werden die Zutaten unter hohem Druck und hoher Temperatur verarbeitet. Durch diesen Prozess wird vor allem die enthaltene Stärke stark aufgeschlossen.
Diese Struktur sorgt dafür, dass extrudiertes Trockenfutter im Verdauungstrakt Flüssigkeit aufnehmen und weiter aufquellen kann.
Nassfutter wird dagegen in der Regel gegart und anschließend luftdicht in Dosen oder Schalen abgefüllt.
Die unterschiedlichen Herstellungsverfahren führen dazu, dass Trockenfutter meist stärker verarbeitet ist, während Nassfutter oft näher an der ursprünglichen Struktur der Zutaten bleibt.
Besonderheit: kaltgepresstes Trockenfutter
Neben klassischem extrudiertem Trockenfutter gibt es auch sogenanntes kaltgepresstes Trockenfutter.
Bei dieser Herstellungsart werden die Zutaten bei niedrigeren Temperaturen gepresst. Dadurch bleibt die Struktur des Futters dichter und quillt im Magen meist weniger stark auf als extrudiertes Trockenfutter.
Viele Hundehalter berichten deshalb, dass kaltgepresstes Futter von ihren Hunden gut vertragen wird.
Wie bei allen Futtersorten hängt die Verträglichkeit jedoch stark von der Zusammensetzung und Qualität der verwendeten Rohstoffe ab.
Entscheidend ist nicht nur die Fütterungsart
Bei der Frage „Trockenfutter oder Nassfutter?“ wird oft ein wichtiger Punkt übersehen:
Die Qualität der Zutaten ist meist entscheidender als die reine Fütterungsform.
Sowohl bei Trocken- als auch bei Nassfutter gibt es große Unterschiede in der Zusammensetzung. Zwei Futtersorten können äußerlich ähnlich aussehen, aber völlig unterschiedlich aufgebaut sein.
Deshalb lohnt es sich immer, einen Blick auf folgende Punkte zu werfen:
- die Zutatenliste
- die Herkunft der Rohstoffe
- die Transparenz der Deklaration
Ein hochwertiges Futter zeichnet sich meist dadurch aus, dass die verwendeten Zutaten klar benannt und nachvollziehbar deklariert sind.
Wie ich meine eigenen Hunde füttere
In meiner eigenen Hundehaltung und Zucht setze ich überwiegend auf Nassfutter als Basis der Ernährung.
In bestimmten Situationen ergänze ich jedoch auch Trockenfutter. Das kann zum Beispiel der Fall sein:
- bei besonders hoher Belastung
- wenn der Energiebedarf vorübergehend deutlich steigt (z.B. in der Säugezeit)
- oder im Training, wenn kleine, praktische Portionen benötigt werden
In solchen Fällen kann Trockenfutter eine sinnvolle Ergänzung sein, um den Energiebedarf leichter abzudecken oder das Training praktischer zu gestalten.
Für mich hat sich deshalb eine flexible Fütterung bewährt, die sich an den jeweiligen Bedürfnissen des Hundes orientiert.
Fazit
Die Frage „Trockenfutter oder Nassfutter?“ lässt sich nicht pauschal beantworten.
Beide Fütterungsformen können funktionieren, wenn die Zusammensetzung des Futters hochwertig und ausgewogen ist.
Wichtiger als die Fütterungsart ist daher oft die Frage:
Was steckt tatsächlich im Futter meines Hundes?
Kostenlose Futteranalyse
Wenn du wissen möchtest, wie gut das Futter deines Hundes wirklich ist, kannst du mir gerne ein Foto der Zutatenliste schicken.
Ich schaue mir das Futter ganz unverbindlich an und gebe dir eine ehrliche Einschätzung.
Karin 🐾